Belüftung, Temperatur, Feuchtigkeit – das richtige Klima im Camper

Belüftung, Temperatur, Feuchtigkeit – angenehm Reisen mit dem Camper

Damit du dich in deinem Camper so richtig wohl fühlst, ist es neben einer schönen, gemütlichen und praktischen Ausstattung enorm wichtig, das perfekte Raumklima zu erreichen. Hier gibt es viel zu beachten:

  • Wie erreiche ich die perfekte Temperatur, vor allem wenn es draußen sehr heiß oder sehr kalt ist?
  • Wie bekomme ich genug frische Luft? Kann ich das Fahrzeug trotzdem sicher verriegeln?
  • Wie halte ich Plagegeister wie Moskitos fern?
  • Was mache ich gegen Feuchtigkeit?
  • Welche Ausstattung brauche ich? Welche Hilfsmittel sind nützlich? Was gibt es auf dem Markt?

 

Temperatur

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Temperatur

Allemein

Zunächst einmal ist ganz entscheidend zu welcher Jahreszeit du den Ausflug planst, bzw. in welche Klimaregion du fahren möchtest. Welche Temperaturen sind zu erwarten? Gibt es kühlenden Wind (z.B. am Meer)? Ist regen zu erwarten?

Hier ist bereits die Standortwahl extrem wichtig. Dadurch kannst du bereits sehr viel beeinflussen. In bergigen Regionen ist es je 100m Höhe in der Regel ca. 1 Grad kälter. Bei 10 km/h Wind fühlt sich die Temperatur ca. 5 Grad kühler an. Gibt es Schatten? Wie stark heizt sich der Untergrund auf? Wie ist die Luftfeuchtigkeit? An Bächen oder direkt am Meer/See ist eine höhere Luftfeuchtigkeit zu erwarten als weiter im Landesinneren oder auf einem Berg. Eine hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt das empfinden von Hitze oder Kälte.

 

Hitze – angenehm Reisen im Sommer

 

Bei starker Hitze ist es entscheidend, diese aus dem Fahrzeug draußen zu halten. Abends oder nachts ist eine gute Belüftung wichtig.

Um die Hitze aus dem Camper zu halten empfiehlt es sich direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Ein schattiger Parkplatz ist sehr hilfreich. Auch eine Plane die über dem Camper gespannt wird oder ein Sonnensegel vor dem Camper schützen vor Hitze. Zusätzlich kann man auch die Scheiben isolieren.

Lüften senkt zwar erst abends, wenn es kühler wird die Temperaturen, aber auch tagsüber ist die Hitze erträglicher, wenn der Camper gut belüftet ist.

Am einfachsten geht das natürlich indem man alle Fenster und Türen auf macht.

Nachts schläft nicht jeder gerne mit einem komplett geöffneten Fahrzeug. Gut bewährt hat sich hier der  Heckklappenaufsteller mit dem die Heckklappe ca. 5 cm geöffnet wird und trotzdem einbruchssicher verriegelt wird. Dazu kann man die Fensterscheiben einen Spalt öffnen und so einen leichten Durchzug schaffen.

Eine weitere Option ist das Heckzelt, wo man auch bei Regen gut lüften kann. Der Nachteil ist, dass das Fahrzeug nicht verriegelt ist.

Tagsüber kannst du einfach die Schiebetüre öffnen. Je nachdem wo du dich aufhältst empfiehlt es sich ein Moskitonetz aufzuhängen, damit du nicht von den Plagegeistern gefressen wirst. Ein herkömmlicher Ventilator mit Akku tut sein Übriges.

Tipp: Stelle einen oder mehrere Ventilatoren auf. Hänge nasse Tücher davor. Die Verdunstungskälte sorgt für ein angenehmes Klima im inneren der Campers.

HITZEQUELLEN IM WOHNMOBIL VERMEIDEN

Last but not least gilt es, Hitzequellen im Wohnmobil nach Möglichkeit zu vermeiden. Insbesondere die folgenden Punkte sollten Sie dabei bedenken:

  • Verlagern Sie sämtliche Koch-Aktivitäten nach draußen! Ansonsten werden die Temperaturen schnell unerträglich. Im Sommer bietet es sich ohnehin an, Grill oder Gaskocher im Freien zu nutzen.
  • Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Tee- und Kaffeekochen! Wer gar nicht auf den morgendlichen Koffein-Boost verzichten kann: Eiskaffee und Iced Coffee sind leckere Alternativen.
  • Halten Sie sich nach Möglichkeit nur kurz im Camper auf! Die Temperatur im Wohnmobil nimmt mit der Zahl der Personen zu, die sich hier aufhalten. Versuchen Sie Ihre Aktivitäten daher möglichst nach draußen zu verlagern.

 

DIE 5 GOLDENEN REGELN DES LÜFTENS

Smartes Lüften ist eine der wichtigsten Waffen, die Wohnmobil-Reisenden gegen die Sommerhitze zur Verfügung stehen. Doch wie sieht optimales Lüften aus? Was gilt es zu beachten und welche Vorgehensweisen sind eher kontraproduktiv? Wir geben Ihnen fünf goldene Regeln für richtiges Lüften an die Hand.

  1. Draußen ist es schon merklich heißer als drinnen? Dann halten Sie die Fenster auf jeden Fall geschlossen!
  2. Einzige Ausnahme von der ersten Regel: Draußen geht ein angenehmer Wind. Dieser sorgt zwar nicht für eine Kühlung Ihres Wohnmobils. Aber er macht die Hitze erträglicher.
  3. Am späten Abend und am frühen Morgen sind die Außentemperaturen am angenehmsten. Jetzt gilt: Öffnen Sie sämtliche Fenster! 
  4. Öffnen sie während des Tages nur Fenster und Türen, die keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind!
  5. Sorgen Sie beim Lüften in den Abend- und Morgenstunden für ordentlich Durchzug, in dem Sie alle Fenster und Türen öffnen.

Kälte

Besonders im Winter, aber auch in kalten Sommernächten kann es schon mal kalt werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten es dir schön kuschlig warm zu machen. Neben warmer Kleidung oder einem kuschligen Bett gibt es weitere Mittel deinen Camper auf Temperatur zu bringen:

Das Wichtigste: Finde den richtigen Stellplatz!

Bevor du dir über die Temperatur Gedanken machst solltest du dir über die Feuchtigkeit beachten. Denn: hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einer extrem gesteigerten Wahrnehmung der Kälte. Daher solltest du dir unbedingt einen Standort mit geringer Feuchtigkeit suchen. Ein Hygrometer kann dir dabei helfen. Vermeide auf jeden Fall tiefe Täler oder Schluchten, oder die Nähe zu sehen oder Bächen. In den Bergen lohnt es sich teilweise etwas höher zu fahren, obwohl es dort etwas kälter ist.   

Eine gute Isolierung ist hier Gold wert. Vor allem über die Scheiben oder das Dachzelt geht viel Wärme verloren. Um das zu minimieren gibt es hier Isolierungen für die Frontscheibe oder das Dachzelt. Die Seitenfenster lassen sich über das Rollo isolieren, wobei die Fensterpacktaschen einen besseren isolierenden Effekt haben und dazu noch praktischen Stauraum bieten.

Einige Fahrzeuge verfügen über eine Standheizung. Leider reicht dort die Wärme nur für den unteren Bereich. Im Aufstelldach bleibt es trotzdem kalt. Wenn mehrere Personen im Camper schlafen ist es den unteren zu heiß, während die oben frieren. Hier gibt es eine clevere Lösung: das Cali-Heat-Set mit Schlauch. Durch einen passenden Aufsatz, der über der Standheizung angebracht wird leitet man die warme Luft direkt nach oben in das Dachzelt. So kann man oben eine angenehme Wärme erzeugen.

Womi-on-tour  zeigt dir noch viele weitere spezielle Tipps zum Campen in der kalten Jahreszeit. 

Feuchtigkeit 

 

Feuchtigkeit – keine nassen oder beschlagenen Scheiben

Jeder kennt es. Vor allem zur kalten Jahreszeit oder auch, wenn man mal im Fahrzeug übernachtet hat:

Die Fensterscheiben sind feucht oder sogar pitschnass.

Hierbei handelt es sich meist nicht um einen technischen Defekt oder ein Konstruktionsfehler von den Entwicklern. Der Grund für die nassen Scheiben ist in der Regel hohe Feuchtigkeit und kalte Außentemperaturen.

Warum werden die Scheiben nass?

 

 

Die Ursache für beschlagene Scheiben ist Feuchtigkeit. Warme Luft kann besonders gut Wasser bzw. Feuchtigkeit aufnehmen. Trifft die warme und feuchte Luft auf die kalte Fensterscheibe, kühlt diese ab und kann nur noch weniger Wasser speichern. Das Wasser, welches jetzt nicht mehr in der Luft gespeichert werden kann, kondensiert und schlägt sich nun an der Scheibe ab.

Woher kommt die Feuchtigkeit?

 

Woher kommt die Feuchtigkeit?

Die Ursachen für Feuchtigkeit im Fahrzeug können vielseitig sein. Gerade im Winter, wenn die Kalte Luft nicht so viel Wasser aufnehmen kann, hat man oft Probleme mit zu viel Feuchtigkeit im Fahrzeug. Übernachtest du im Fahrzeug, so bist du selbst die Hauptursache. Bei einem erwachsenen Mann geht man mit einer minimalen Wasserabgabe von circa 1Litern täglich durch Atmung und Verdunstung von der Haut aus.

Gut und richtig Lüften

 

 

Die Scheiben beschlagen, die Polster und Bettwäsche nehmen die Feuchtigkeit auf, was sehr unangenehm ist. Es fühlt sich noch kälter an. Ist die Feuchtigkeit einmal im Fahrzeug ist es schwer sie wieder raus zu bekommen.

Hier ist ein gutes Lüften unerlässlich. Lieber ein paar Grad kälter und trocken. Du frierst garantiert weniger.

Hier empfiehlt sich der Heckklappenaufsteller, die Fenster einen Spalt zu öffnen und ggf. zu heizen, damit die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Keine Feuchtigkeit ins Fahrzeug bringen!

Das bedeutet wirklich keine Feuchtigkeit. Schuhe werden konsequent draußen ausgezogen, nasse Wäsche nach Möglichkeit im Vorzelt oder Heckzelt aufhängen. Das Snowboard oder die Ski sofort in die Dachbox

Feuchtigkeit wieder los werden

 

Feuchtigkeit wieder los werden

Aus einer Unzahl von Gründen ist es jedoch nicht möglich, das Eindringen von Feuchtigkeit vollständig zu vermeiden. Gerade bei einer Übernachtung im Auto, Bus, Camper oder Wohnwagen ist es unvermeidbar, dass Feuchtigkeit entsteht.

Hausmittel gegen beschlagene Autoscheiben

Hier wird ein Beutel (z.B. altes Kopfkissen) mit Katzenstreu oder herkömmliches Salz befüllt und unter die Windschutzscheibe gelegt. Die Feuchtigkeit dringt dann durch den Beutel und wird vom Inhalt aufgenommen und gebunden. Das Katzenstreu oder Salz ist nach einer gewissen Zeit übersättigt und muss ausgetauscht werden.

Diese Hausmittel funktionieren in der Regel bei normalem Feuchtigkeitseintrag bei Pkws. Jedoch wird bei einer Übernachtung im Fahrzeug wesentlich mehr Feuchtigkeit ins Fahrzeug gebracht als bei einer normalen Autofahrt.

 

Lüftung und Klimaanlage

Wenn die Frontscheibe anfängt zu beschlagen, hilft nur volles Gebläse: Richte den Luftstrom mit höchster Temperatureinstellung komplett auf die Windschutzscheibe und verschließe dafür die anderen Lüftungsschlitze, etwa in der Mittelkonsole.

Bei Feuchtigkeit im Auto hilft es auch, die Klimaanlage eine Weile laufen zu lassen. Sie zieht das Wasser aus der Luft. Auf die Umlufteinstellung solltest du bei Nässe im Auto dagegen verzichten, diese verteilt die Feuchtigkeit nur im gesamten Innenraum. Lüfte dein Auto außerdem regelmäßig gut durch. Wenn du das Auto in einer trockenen Garage abstellst, hilft es auch, die Fenster über Nacht einen Spalt geöffnet zu lassen.